Auf dem gläsernen Becher ist ein Reiter auf einem weißen Pferd abgebildet. Die Aufschrift auf der Gegenseite liefert Aufklärung über die Person: „GUSTAVUS ADOLPHUS König in Schweden“ steht da zu lesen, und weiter „Cum Deo Et Victricibus Armis ANNO DOMINI 1631“, übersetzt etwa „Mit Gott und den siegreichen Waffen im Jahre des Herrn 1631“.

Wahrscheinlich ist der 14 cm hohe Becher (∅ oben: 12 cm) wie so viele andere Exponate des Stadtmuseums durch Johann Heinrich Hoffmann in den Bestand gelangt. Er hat wahrscheinlich gewusst, dass es sich nicht um ein Original aus dem angegebenen Jahr 1631 handelt, was spätere Generationen in den nachfolgenden Jahrzehnten mitunter annahmen.

Tatsächlich handelt es sich um ein Replikat, hergestellt gegen Ende des 19. Jahrhunderts von der auch auf die „Nachbildung von Gläsern“ spezialisierten Firma Fritz Heckert, deren Erzeugnisse durchaus der böhmischen Glaskunst ebenbürtig waren. „Die Firma wurde 1866 in Petersdorf im Riesengebirge gegründet und war bis 1923 als eigenständige Firma nachweisbar“, hat Ulrike Litzba herausgefunden. Der Firmengründer wurde als achter Sohn des Glasermeisters Johann Andreas Heckert in Halle geboren. Die Firma Fritz Heckert habe mit Gläsern in zeitgenössischer Machart des Historismus und Jugendstils sogar mehrere Weltausstellungen besucht. Der Becher wurde laut der einschlägigen Fachliteratur vom Designer Oskar Jummel entworfen, einem Schwager des Firmengründers.

(klk)