"Mauskopf-Asche bei Augenleiden "

Die Schlagklotzfalle stammt aus dem 18. oder 19. Jahrhundert. Da die Fallen nicht industriell gefertigt wurden, sondern überall in unterschiedlichen Ausführungen nach dem gleichen Prinzip gebaut wurden, dürfte eine nähere Bestimmung ohnehin kaum möglich sein.

Die Schlagklotzfalle stammt aus dem 18. oder 19. Jahrhundert. Da die Fallen nicht industriell gefertigt wurden, sondern überall in unterschiedlichen Ausführungen nach dem gleichen Prinzip gebaut wurden, dürfte eine nähere Bestimmung ohnehin kaum möglich sein. Wenn die Maus mit ihrem Gewicht die durch ein Stöckchen gehaltene Arretierung löst, kommt der Klotz runter. Wegen des geringen Gewichts der Nager verlangt das Aufstellen der Falle einige Übung und Feingefühl, sonst löst sie entweder aus, ohne dass eine Maus in die Kammer unter dem Klotz gelaufen ist – oder eben auch gar nicht.

Fallen für die Schädlinge gibt es wohl schon, seit der Mensch sesshaft geworden ist und die Maus damit zum Feind wurde, der es auf die Kornvorräte und Nahrungsmittelreserven abgesehen hatte. Es gibt Darstellungen steinzeitlicher Bügelfallen und Abbildungen tunesischer Schwerkraft-Fallen aus Ton auf mittelalterlichen Altarbildern. Doch auch andere, heute kaum noch bekannte Gründe mögen dafür verantwortlich sein, dass Mäuse gejagt wurden: Bis ins 20. Jahrhundert hinein soll man Kindern zu medizinischen Zwecken getrocknete, `der lebenden Maus entnommene Mäuseaugen´ um den Hals gehängt haben. Schon im alten Rom habe man Mauskopf-Asche bei Augenleiden verabreicht und im Mittelalter die Tiere mit Eisenkraut zu einem Sud gegen Blässe gekocht.

Doch Mäuse waren zu bestimmten Zeiten auch als „Teufelstiere“ und „Hexenmäuse“ gefürchtet. Wenn man eine trächtige Kuh mit einer Maus bewirft, stirbt das Kalb, so der volkstümliche Aberglaube. Mancherorts glaubte man aber, dass die Seele eines gestorbenen Menschen den Körper in Gestalt einer Maus verlasse. Ob man dort diese Mäuse wohl auch mit Schlagfallen verfolgt hat, wenn sie sich ans Korn wagten? (klk)